Jeder trägt irgendetwas
Heute möchte ich mich einfach mal bei euch melden. Denn ich möchte euch erzählen, wie es mir geht, und damit auch, wie es Knotten geht.
Gut. Wirklich gut sogar.
Aber lasst mich etwas mehr dazu sagen, denn ihr verdient mehr als nur diese zwei Wörter.
Ich lebe seit einer Weile mit einem Gesundheitsthema. Es ist gut zu handhaben und nicht lebensbedrohlich, das ist das Wichtigste. Aber ehrlich gesagt war es eine ziemliche Achterbahnfahrt, diese erste Zeit nach der Diagnose im März 2024. Viel Unsicherheit, viele Fragen, viel Nicht-Wissen. Inzwischen weiß ich, dass ich einen gutartigen Tumor im Kopf habe, ich nenne ihn manchmal mein Gänseei 🪿, an einer Stelle, wo er bleiben muss. Das lernt man zu akzeptieren. Das braucht Zeit. Aber ich komme damit zurecht.
Und während ich mich die letzten zwei Jahre damit beschäftigt habe, wurde mir immer klarer: Ich bin wirklich nicht die Einzige. Jeder trägt irgendetwas mit sich. Die eine kämpft mit der Gesundheit, die andere mit Verlust, mit Sorgen, mit Druck, mit Dingen, die von außen nicht sichtbar sind. Wir gehen oft fröhlich durchs Leben, während wir innerlich durchaus etwas zu verarbeiten haben. Das ist so menschlich. So vertraut. Es spielt keine große Rolle, was es genau ist. Was zählt, ist, wie man damit umgeht. Und auch das ist leichter gesagt als getan, denn meine erste Reaktion war auch einfach: Panik, pure Panik. Nicht schön. Aber jetzt, nach zwei Jahren, denke ich so wenig wie möglich an meinen kleinen Mitbewohner im Kopf. Ich lebe. Ich genieße. Vielleicht sogar mehr als vor der Diagnose.
Was dabei enorm geholfen hat? Mit den Händen arbeiten. Stricken, häkeln, gestalten. Es klingt vielleicht einfach, aber es ist wirklich heilsam. Der Kopf wird ruhig, wenn die Hände beschäftigt sind. Heute Morgen saß ich herrlich beim Häkeln mit der Basta, es ist draußen ziemlich warm, aber ich saß wunderbar drin, und ich schaute auf meine Arbeit und dachte: was für Farben. Was für Nuancen. Wie schön, dass ich das tun darf. Ich stricke auch an einem Schal mit Ajour-Muster und habe ein Tunisch-Häkelprojekt liegen, ein sommerliches Tüchlein. Einfach herrlich. Und vielleicht das beste Mittel, das ich kenne.
Nach fast 15 Jahren bin ich immer noch verliebt in diese Arbeit, und ich bin so froh, dass Knotten einfach weitergeht. So, fast in der Mitte des Jahres, fühle ich mich tief dankbar. Für meine zwei wunderbaren Kinder. Für meinen lieben Mann. Und für euch, meine Knotties.
Herzliche und kreative Grüße,
Francis
Genauso ist es.
Ich habe vor fast 3 Jahren wieder mit dem Stricken angefangen. Mein Mann war sehr krank, ich hatte auch große gesundheitliche Probleme. Mein Kopf war voll, ständig beschäftigt mit was ist, wie geht es weiter, geht es weiter und wenn ja, wie, was soll werden….. das könnte ich ewig ergänzen.
Dann sah ich in einem Newsletter schöne Sockenwolle und es war um mich geschehen. Ich bin eigentlich dem Kreuzstich verfallen, sticke jeden Tag. Aber zu der Zeit reichte es meinem Kopf nicht. Der musste mit einer neuen Herausforderung beschäftigt werden. Ich habe schon früher gestrickt, aber die Kenntnisse weit hinten in meinem Gedächtnis vergraben. Also habe ich mir kleine Filme angesehen, Maschen anschlagen, wie geht das nochmal’? Und dann habe ich angefangen Strümpfe zu stricken. Für mich, einfach was für mich. Und es hat geklappt, kein Meisterwerk, aber ich kann sie tragen. Und seitdem stricke ich wieder, nicht so intensiv wie sticken, das steht nach wie vor an erster Stelle. Aber ich stricke und kaufe Wolle…. viel mehr als gut ist, aber es geht mir gut damit. Die gesundheitlichen Probleme sind nicht weg, aber wir haben Perspektiven. Die Angst bleibt jeden Tag, aber das wird auch dir so gehen. Trotzdem bin ich wieder positiver gestimmt und dabei hat mir auch das Stricken geholfen.
Liebe Grüße Kathrin
Liebe Francis,
das ist so berührend! Ich bin seit Jahren Fan, häkle und stricke seit meiner Kindheit. Meine Oma hat es mir beigebracht. Sie ist 2024 verstorben und wenn ich Handarbeiten mache, fühle ich mich ihr sehr nah.
Fühl dich gedrückt und mach weiter so! Ich liebe Knottenwolle.
Herzliche Grüße aus Sachsen
Liebe Francis,
es freut mich, dass es die gut geht.
Ich kann so richtig mitfühlen, wie es dir nach der Diagnose gegangen ist. Ich hatte vor 7 Jahren, genau am 1. April
meine Krebsdiagnose erhalten. Im ersten Moment dachte ich an einen Aprilscherz. Doch nach meinem Arztbesuch
und der Untersuchung wurde es so langsam real. Im ersten Moment denkt man es ist nicht wahr. Doch wenn man
sich damit beschäftigt und in vielen Foren nachliest macht man sich verrückt.
Ich habe in dieser Zeit sehr viel gestrickt und tue es immer noch. Es tat mir gut und ich konnte auf andres Gedanken kommen.
Dann kam ja auch noch die Coronazeit. Somit konnte man ja nicht in die Läden zum Einkauf. Da habe ich für
mich Knotten entdeckt, und seither bin ich Kunde und ich habe mein Wollelager mittlerweile so aufgefüllt, dass
ich oft an mich halten muss und nicht wieder Wolle kaufe, denn so schnell kann man ja nicht stricken, wie neue Farben und Wolle angeboten werden. Mittlerweile habe ich schon einen Sockenvorrat von ca. 40 Paar Socken und die ich verschenkt und für gute Zwecke gestrickt habe sind nicht mitgezählt. Wir haben einen Strickkreis, in dem haben wir, 6 bis 8 Frauen im letzten Jahr 76 kg wolle für gute Zwecke verstrickt. Wie gesagt ich stricke fast Tag und Nacht und es macht mir immer noch Freue.
Die vielen Anregungen, die ich von Dir und deinem Kanal erhalte machen mich richtig kreativ und daher wünsche
ich mir, dass es die Firma Knotten und dich noch recht lange gibt.
Ich wünsche dir weiterhin viel Gesundheit und Freude an deinen Objekten und hoffe immer wieder neue Anregungen von Dir zu erhalten
In diesem Sinne alles Erdenklich Gute und halte bei dieser Hitze durch.
Liebe Grüße
Margarete Wagner
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